Der Buntspecht – Zimmermann des Waldes auf Rügen

Buntspecht am Baum
Buntspecht: Quelle Pixabay

Wer die Wälder und Parks rund um Gut Grubnow aufmerksam durchstreift, wird ihn früher oder später hören: ein rhythmisches, hartes Trommeln, das durch die Stämme alter Bäume hallt. Der Buntspecht ist einer der charakteristischsten Waldvögel Rügens – und einer der farbenprächtigsten.

Schwarz, weiß und leuchtend rot

Der Buntspecht (Dendrocopos major) ist mit 22 bis 23 Zentimetern der häufigste Specht Mitteleuropas. Sein Gefieder ist ein auffälliges Muster aus Schwarz und Weiß, ergänzt durch einen leuchtend roten Fleck am Hinterkopf – beim Männchen – sowie eine rote Färbung unter dem Schwanz. Wer genau hinsieht, erkennt ihn schon aus einiger Entfernung.

Das Trommeln des Buntspechts ist kein Gesang, sondern Kommunikation: Mit bis zu 20 Schnabelschlägen pro Sekunde bearbeitet er trockene, hohle Äste und Stämme. Dieses Trommeln dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Partnersuche – und ist in der Brutzeit von Februar bis April besonders laut und häufig zu hören.

Lebensraum: Laubbäume, Parks und Gärten

Der Buntspecht besiedelt nahezu jeden Lebensraum mit alten Bäumen. Er ist in Laubwäldern ebenso zuhause wie in Parks, Streuobstwiesen oder baumreichen Gärten. Gerade das weitläufige Gelände rund um Gut Grubnow – mit altem Baumbestand, Obstbäumen und strukturreichen Gehölzen – bietet ihm ideale Bedingungen.

Im Garten ist er ganzjährig zu Gast, besonders im Winter, wenn er Meisenkästen inspiziert oder Sonnenblumenkerne aus Futterstellen pickt. Er ist dabei wenig scheu und lässt sich bei gutem Licht gut beobachten – und fotografieren.

Zimmermann des Waldes

Der Buntspecht ist ein Meister des Höhlenbaus. Jedes Jahr zimmert er eine neue Bruthöhle in einen Baumstamm – oft in überraschend kurzer Zeit. Die verlassenen Höhlen werden dann dankbar von anderen Vogelarten übernommen: Meisen, Kleiber, Stare und manchmal sogar Eulen nutzen die fertigen Quartiere.

Seine Nahrung ist vielfältig: Im Sommer stehen Insekten und Larven auf dem Speiseplan, die er geschickt aus Ritzen und Borken holt. Im Herbst und Winter wechselt er auf Nüsse, Samen und Beeren. Besonders clever: Er klemmt harte Nüsse in Rindenspalten ein – sogenannte Spechtschmieden – und knackt sie dann mit gezielten Schnabelhieben.

Standvogel mit Treue zum Revier

Anders als viele Singvögel ist der Buntspecht ein Standvogel. Er bleibt das ganze Jahr über in seinem Revier und verlässt es nur selten. Das bedeutet: Wer ihn einmal im Garten oder im nahen Wald entdeckt hat, kann ihn dort mit etwas Geduld immer wieder antreffen.

In der Region um den Lebbiner Bodden sind Buntspechte regelmäßige Gäste. Ihr Trommeln gehört zum Klangteppich der Rügener Natur wie das Rauschen des Windes in den Schilfgürteln oder der Ruf der Kraniche im Herbst.

Beobachtungstipps rund um Gut Grubnow

Die besten Chancen, einen Buntspecht zu entdecken, hat man in den frühen Morgenstunden. Besonders im Frühjahr ist das Trommeln bereits vor Sonnenaufgang zu hören. Wer ruhig durch die alten Baumreihen spaziert und die Stämme im Blick behält, wird oft belohnt – manchmal sitzt der Buntspecht fast in Augenhöhe und arbeitet konzentriert an der Borke, kaum gestört von neugierigen Beobachtern.

Ein Fernglas mit guter Naheinstellung ist dabei sehr hilfreich. Wer Glück hat, erlebt sogar, wie ein Buntspecht seinen charakteristischen Hüpfflug von Baum zu Baum zeigt – ein welliges, rhythmisches Gleiten, das ihn auch im Flug unverwechselbar macht.

Möchten Sie den Buntspecht in freier Natur erleben? Das Gut Grubnow am Lebbiner Bodden bietet mit seinem weitläufigen Gelände, altem Baumbestand und der direkten Wassernähe ideale Beobachtungsbedingungen für diese und viele weitere Vogelarten.