Die Goldammer – Sonnengelber Bewohner der Feldhecken

Goldammer, Quelle: Pixabay
Goldammer, Quelle: Pixabay

Kaum ein Vogel begrüßt den Frühling auf Rügen so unverwechselbar wie die Goldammer. Ihr charakteristischer Gesang – im Volksmund oft als „wie, wie, wie hab ich dich liiieb“ gedeutet – ertönt von Hecken, Zaunpfählen und einzelnen Bäumen entlang der Felder rund um Gut Grubnow.

Aussehen – ein Hauch von Sonnengelb

Die Goldammer (Emberiza citrinella) ist mit 16 bis 17 Zentimetern etwa sperlingsgroß, aber deutlich farbenfreudiger. Das Männchen trägt im Prächtkleid einen leuchtend gelben Kopf und eine gelbe Unterseite, durchzogen von feinen dunklen Streifen am Kopf und bräunlich gestreiftem Rücken. Der lange, gestufte Schwanz mit weißen Außenkanten ist im Flug gut zu erkennen.

Weibchen sind deutlich unauffälliger gefärbt: matter, bräunlicher mit nur angedeutetem Gelb – eine Tarnung, die beim Brutgeschäft am Boden von Vorteil ist.

🗻
16–17 cm
Körpergröße

🦅
Ganzjährig
Standvogel auf Rügen

🌿
Apr – Aug
Hauptgesangszeit

🌾
Sämereien
Hauptnahrung

Der Gesang – eine kleine Eselsbrücke

Der Gesang der Goldammer gehört zu den bekanntesten Vogelstimmen Europas und wird traditionell mit dem Merksatz „Wie, wie, wie hab ich dich lieb“ oder im Englischen „a little bit of bread and no cheese“ wiedergegeben. Tatsächlich handelt es sich um eine Serie gleichförmiger Töne, die in einem längeren, oft höheren Endton ausklingt. Männchen singen von erhöhten Singwarten aus – Zaunpfähle, Buschspitzen oder einzelne kleine Bäume – und das oft über Stunden, besonders in den frühen Morgenstunden.

Lebensraum auf Rügen

Die Goldammer ist ein typischer Bewohner halboffener Kulturlandschaften: Feldhecken, Wegränder, Böschungen und Knicks bilden ihren idealen Lebensraum. Genau diese strukturreiche Mischung aus Feldern, Hecken und vereinzelten Gehölzen findet sie in der Umgebung von Gut Grubnow reichlich vor.

Als Standvogel bleibt die Goldammer auch im Winter auf Rügen. In der kalten Jahreszeit schließt sie sich häufig zu kleinen Trupps zusammen und ist dann oft an Vogelfutterstellen in Gärten zu beobachten – ein günstiger Zeitpunkt, um die unscheinbareren Weibchen und Jungvögel aus der Nähe zu betrachten.

🔎 Beobachtungstipp rund um Gut Grubnow

Folgen Sie im Frühjahr und Sommer den Feldwegen und Heckenreihen rund um Gut Grubnow – die Goldammer singt oft minutenlang von derselben Singwarte und lässt sich dadurch verhältnismäßig leicht entdecken. Im Winter lohnt sich ein Blick auf gemischte Finkentrupps an Feldrändern, in denen Goldammern häufig mitziehen.

Brütevogel des Offenlands

Das Nest baut die Goldammer gut versteckt am Boden oder in niedriger Vegetation – oft am Fuß einer Hecke oder im hohen Gras eines Böschungsstreifens. Zwei bis drei Bruten pro Jahr sind üblich, mit jeweils drei bis fünf Eiern. Die charakteristische, fein marmorierte Eizeichnung gab der Art früher sogar einen volkstümlichen Beinamen: „Schreibammer“, weil die feinen Linien an Handschrift erinnern.

Die Jungvögel werden anfangs vorwiegend mit Insekten gefüttert, bevor sich die Nahrung im Erwachsenenalter zu überwiegend pflanzlicher Kost – Sämereien und Getreidekörner – verschiebt.

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